Karl Marx läßt grüßen

Aus gegebener Veranlassung eine Anmerkung zur Normalität von gruseligen Entwicklungen in der modernen Nutztier-Wirtschaft:

Wie andere Bereiche des modernen Lebens, kennt auch die „Nutztier“-Wirtschaft nur noch eine Richtung: FORTSCHRITT. Hier z.B. in Form von Produktivität, Industrialisierung, Chemiesierung, Hochleistungszucht, Massenproduktion. Die technische Machbarkeit ist die einzige Grenze für jenen Fortschritt. Entsetzliche Folgen für die Tiere sind kein Hindernis; sie werden aus Ignoranz oder Profitgier ausgeblendet. Wir „Verbraucher“ machen es am Ende der Kette möglich. Hin und wieder sind wir mal entsetzt, aber das legt sich ganz schnell, wenn uns bewußt wird, worauf wir ohne diese Art von Fortschritt verzichten müßten. Schließlich zählt die Freiheit, im Supermarkt aus dem Vollen zu schöpfen, zu den höchsten Werten unserer Fortschritts-Kultur.

marxÜbrigens, schon Karl Marx schrieb: „Jeder Fortschritt in der Landwirtschaft ist ein Fortschritt in der Kunst, nicht nur den Landarbeiter, sondern auch Tier und Boden zu berauben.“ Er meinte nur die kapitalistische Landwirtschaft. Später hätte auch er erkannt, daß in der Praxis Kommunismus und Kapitalismus ähnlich sind. Schließlich ändert sich die Natur des Menschen nicht durch diese Systeme.

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4 Antworten zu Karl Marx läßt grüßen

  1. Anne schreibt:

    Ich sehe es so wie du. Obwohl mir niemand die Frage zufriedenstellend beantworten kann, frage ich: Was können wir tun?

    • Hütestrubbel schreibt:

      „Was können wir tun?“

      Selbst anfangen, umzudenken und das Richtige zu tun – und wenn die Schritte noch so klein sind. Falls Du Fritz Schumachers Buch „Die Rückkehr zum menschlichen Maß“ noch nicht gelesen und durchdacht hast, hol es nach, nirgendwo findest Du Deine Frage besser beantwortet.

  2. Marion schreibt:

    „Die technische Machbarkeit ist die einzige Grenze für jenen Fortschritt.“

    Man könnte meinen, die Grenze sei der Bedarf des Verbrauchers. Aber nein, da wird produziert auf Teufel komm raus. Was nicht gebraucht wird, landet eben in der Mülltonne. Das ist der Fortschritt einer kranken Gesellschaft, wie wir ihn auf vielen Gebieten erleben. Zuerst wollen alle den Fortschritt und ab einem gewissen Punkt klagen wir über die Probleme, die wir uns mit Fortschritt aufgeladen haben – siehe Atomkraft.

    Schumacher kann man nur wärmstens empfehlen, auch wenn sich nichts im Großen ändert (das Buch schrieb er schon vor 40 Jahren!), aber vielleicht ändert ja ein Einzelner für sich etwas und das wäre doch schon was.

  3. Hütestrubbel schreibt:

    Fortschritt hat oft zwei Seiten. Beispiel Internet. Einerseits Informations-/Kommunikationsvorteile. Andererseits Zerschlagung der lokalen Wirtschaft und zunehmend globalisierte „Amazon-Wirtschaft“ mit Arbeitssklaven, die später in der Altersarmut (ver-)enden.

    Bei Marions Aussage – „Zuerst wollen alle den Fortschritt und ab einem gewissen Punkt klagen wir über die Probleme, die wir uns mit Fortschritt aufgeladen haben“ – müßte eigentlich jedem der vorgegau(c)kelte „Fortschritt Europa“ einfallen. Der „Fortschritt Europa“ ist recht gut in dem Buch „Der größte Raubzug der Geschichte“ dokumentiert.

    Aber die fortschrittsgläubigen Weltverbesserer in ihren Lofts träumen in „Social Business Networks“ weiter von ihrer Fortschrittsromantik – in der“Cloud“ fernab der wirklichen Probleme.

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