Ukrainische Straßenhunde und „gute Hirten“

In den letzten Wochen gab es von ganz oben jene politisch motivierten Aufrufe zum EM-Boykott in der Ukraine wegen der verurteilten milliardenschweren Gaslady (obwohl wesentlich fragwürdiger Weggesperrte niemanden im Westen störten). Ich hätte mir eine ähnliche Aufregung unseres Politpersonals gewünscht, als man vom Verbrennen der ukrainischen Straßenhunde erfuhr – siehe  “Die Ukraine ist europäischer geworden” ???.  Aber nix da – obwohl wir so einige Polit-Theologen und -Theologinnen da oben thronen haben, die mal über unsere tierischen Mitgeschöpfe nachdenken könnten. Vielleicht gibt`s ja sogar in der Bibel Stellen, aus denen sich ein entsprechend tier-seelsorgerischer Auftrag ableiten ließe – zum Beispiel Joh. 10,11, wo Jesus sagt: 

„Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber läßt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht.“

Was ist aus den  klerikalen Hirten und Hirtinnen in der Zivilisation geworden? Für die karrierebewußten Damen und Herren unter ihnen heißt Seelsorge wohl eher Sorge ums politische Pöstchen und ums eigene Seelenheil. Nun bin ich zwar ein kirchlich Außenstehender, aber dennoch habe ich den Eindruck, daß das geistige Erbe des großartigen Martin Luthers – d.h., im richtigen Moment selbstlos, mutig und mit aller Konsequenz zu protestieren und Widerstand zu leisten – , schon seit Jahrzehnten von klerikalen, vorrangig protestantischen Politkarrieretypen zerbröselt und vernichtet wird. Von solchen Hirten und Hirtinnen können noch nicht mal ukrainische Straßenhunde etwas erwarten.

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Eine Antwort zu Ukrainische Straßenhunde und „gute Hirten“

  1. Marion schreibt:

    Es wimmelt überall nur so von „bezahlten Knechten“ und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da welche in „gute Hirten“ verwandeln können. Aber was für ein schönes Bibelzitat, das hat mich veranlasst, mal wieder in der Bibel zu lesen.

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